Interview Ting Lee

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Die Gründerin der Nachhaltigkeitsplattform "sustaineration" hat sich Zeit für ein Interview mit uns genommen, um eure Fragen an Sie zu beantworten:

Du hattest ja durchaus mehrere Ideen für eine potentielle Gründung. Wieso war gerade die Nachhaltigkeitsplattform ‚sustaineration‘ genau die Idee, an der du dran geblieben bist?

Ich würde sagen das war keine rationale Entscheidung. Die anderen Ideen finde ich immer noch gut - haben mit Sicherheit auch viel Potential - aber leidenschaftlich packen konnte mich nur sustaineration. Ich stehe mit dem Herzen zu 100% hinter der Idee, das hat definitiv den Ausschlag gegeben.

Hast du im Rahmen der Gründung einen Zeitpunkt erlebt, ab dem man weniger Schwierigkeiten hatte und alles wie von alleine lief?

Auf diesen Zeitpunkt warte ich noch. Die Euphorie zu Beginn gleicht viele Probleme wieder aus. Grundsätzlich ist die Neukundengewinnung eine große Hürde, das spürt man insbesondere dann, wenn größere Beratungsprojekte auf’s Ende zugehen und neue akquiriert werden müssen.

Hat dir das Studium zur Verwirklichung deiner Ideen weitergeholfen?

Es geht nicht explizit um das Fachwissen, dass man dort erlernt. Vielmehr die Aneignung von Soft-Skills, das Arbeiten mit Menschen und die Fähigkeit Probleme zu lösen erleichtern mir den Arbeitsalltag ungemein. Das vermittelte Fachwissen schadet aber auch nicht.

Was war der beste Tipp, den du von außen für die Gründung deines Unternehmens bekommen hast?

Obwohl ich in Berlin wohne – quasi das StartUp Mekka – und bereits bei einigen StartUps gearbeitet habe, konnte ich trotzdem nicht den einen Leitgedanken identifizieren. Hier in Berlin hat die Entrepreneur-Szene natürlich viel mit Lifestyle und Prestige zu tun, aber auch das schnelle Geld mit anschließendem IPO und Exit spielen eine große Rolle. Ich musste mir somit ein eigenes kleines Netzwerk aufbauen mit Leuten, die eine ähnliche Vision von einer nachhaltigen Gesellschaft haben wie ich. Was ich aber aus eigener Erfahrung weiter geben kann, ist dass das Team wirklich das Wichtigste ist. Egal wie gut die Idee ist, ohne die Menschen die deine Vision teilen wird das nichts.

Hattest du Personen in deinem Umfeld, die von deiner Idee einer Nachhaltigkeitsberatung nicht überzeugt waren und dir dadurch Steine in den Weg gelegt haben?

Direkte Kritik habe ich eigentlich nicht erhalten. Jedoch hat der ein oder andere die Idee indirekt in Frage gestellt. Es gibt immer wieder Personen, die versuchen einem Steine in den Weg zu legen. Davon sollte man sich aber nicht einschüchtern lassen, sondern versuchen die Kritik konstruktiv zu nutzen. Wenn man eine Vision hat sollte man auch dranbleiben, aber dabei natürlich stets genug Realismus walten lassen.

Wie hat die Gründung Einfluss auf dein soziales Umfeld (Familie, Freunde) genommen?

Ich hatte das Glück, dass ich viel Zuspruch und Unterstützung aus den engeren Kreisen erhalten habe. Eine Gründung bringt natürlich viel Ungewissheit und da ist Zustimmung natürlich immer etwas Positives. Diese Unterstützung ist wichtig und erleichtert einiges, ich würde jedoch nicht sagen, dass es nicht ohne geht.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Gründer haben muss?

Ich denke die Frage kann man gar nicht beantworten. Da spielen einfach zu viele Faktoren eine Rolle. Eines jedoch ist unbestritten: Ohne Leidenschaft für das Produkt oder Dienstleistung wird es sehr schwer. Steht man jedoch zu 100% dahinter, ist das die beste Voraussetzung ein erfolgreicher Entrepreneur zu werden.

Siehst du im Bereich der Nachhaltigkeit Potential für kreative Lösungen, die von StartUps umgesetzt werden?

Definitiv. Es gibt unglaublich viele Dinge, die man verbessern kann und genau die Dinge sollte man sich vornehmen. Nicht ohne Grund gibt es den Trend des Social Entrepreneurship, der sich genau auf Innovationen in diesem Bereich konzentriert.

Spürst du im heutigen Alltag – die Gründung ist schon etwas her – noch immer den Gründerspirit wie zu Beginn?

Ob man das Gefühl wirklich Gründerspirit nennen kann fällt mir eher schwer. Die Freude über die kleinen Dinge und Erfolgserlebnisse ist aber heute noch genauso wie am Anfang. Das kann die Gewinnung eines Neukunden sein, oder auch die erfolgreiche Verbreitung eines Tweets.

Ihr habt bei sustaineration kein festes Büro, sondern arbeitet in Coworking Spaces in Berlin, Kiel und Mannheim. Wie kann man sich die Arbeit dort vorstellen?

Wir haben uns bewusst gegen eigene Räumlichkeiten entschieden, damit wir stets flexibel aufgestellt sind. Durch Coworking Spaces kann man sehr gut auf Wachstum reagieren und die Tätigkeit gut auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Mein Mitgründer Niels wohnt in Kiel und ich in Berlin. Wir stehen regelmäßig in Kontakt und trotzdem kann jeder seiner Heimat treu bleiben. Deshalb haben wir auch ein Büro in Mannheim, aus der Nähe komme ich.Danke Ting, für das Interview.

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